Musikdownloads und son Kram…

Beim Reizzentrum hab ich diesen Artikel gefunden.

Da mich das momentan selbst betrifft und Musik sowieso ein Thema ist, über das ich immer was schreiben kann, hab ich mich mit dem Thema auch etwas beschäftigt:

Es ist nicht unbedingt alles Gold, was glänzt. Nur mal 2 Beispiele aus dem Artikel: Kaum ein Label bezahlt die Aufnahmen. Mag sein. Aber die meisten (kleineren) Bands/Künstler wollen das auch gar nicht. In unserem Fall hätte ich einem solchen Vertrag nciht zugestimmt. Sowas gibt es meist nämlich nur bei sog. „Künstlerverträgen“, mit denen sich der Künstler KOMPLETT an das Label bindet. D. h. er darf meist auch nicht in Nebenprojekten (in meinem Fall meine 2. Band) spielen. Ausserdem redet einem in diesem Fall das Label in den Produktionsprozess rein, was ja verständlich ist, sie wollen ihr Geld ja gut angelegt wissen. Andererseits kommen da teilweise Sachen raus, die vom Künstler nicht unbedingt gewollt sind. In unserem Fall haben wir eine bestimmte Vorstellung vom Sound verwirklicht, die dem Label eigentlich zu „kantig“ ist. Aber genau das wollen wir ja. Dieses glattgebügelte „Allesklingtgleich“ Zeug ist gruselig… Deshalb ist ein „Bandübernahmevertrag“ für die meisten Künstler, die sich nichts vorschreiben lassen wollen, die beste Wahl. Wir gehen einfach mit dem fertigen Produkt zum Label, die veröffentlichen das – fertig!

Ein weiteres (und das meiner Meinung nach wichtigere Argument für ein Label: Man hat bessere Chancen, auch mal auf größeren Events spielen zu dürfen. Bei vielen Veranstaltern landen Bewerbungen von Bands ohne Label gleich in der Ablage „Rund“. Das ist viel wichtiger als die Plattenverkäufe.  Reich wird man dadurch eh nicht…

Zum anderen die Sache mit den Downloads… Klar, man erreicht viele Leute. Aber sonst? Man verdient fast nichts an einem Download. Ausserdem ist das ganze meiner Meinung nach je nach Musikrichtung sehr unterschiedlich. Bei schnelllebiger Pop-Musik mögen Downloads ja beliebt sein, aber bei etwas langlebigerer Musik, die sich die Leute auch in 10-15 Jahren noch anhören wollen, ist das schon was anderes. Da sind sehr viele Leute noch Jäger & Sammler. Man will die Musik besitzen und zwar nicht als ne Datei auf der Platte, sondern man will die Musik fühlen können, nicht nur im Kopf oder im Bauch, auch mit den Händen, man will im Booklet blättern, will die Texte lesen. Sowas will bei Chartsgedudel keiner, oder kaum wer. Hauptsache billig haben, 3 Wochen hören und dann auf der Platte vergessen… Dann kommt ja schon was Neues.

Wenn ich mich mit z.b. unseren Azubis über das Thema unterhalte, find ich es teilweise schlimm, wie gleichgültig viele der Musik gegenüber sind. „Was hörst du so?“ „Mir egal, was halt so im Radio läuft.“ – Furchtbar! Ich frag mich dann immer, ob sie es nicht besser wissen, oder ob so Leute wirklich so identitätslos sind. Musik ist für mich ein Teil der Persönlichkeit. Musik ist zu einem großen Teil auch eine Lebenseinstellung. Was für eine Persönlichkeit haben Leute, die erst bei irgendwelchen Rapper-Assis mithopsen und danach Metallica bejubeln? Sind die einfach nur allem gegenüber aufgeschlossen oder finden sie einfach nur das toll, was ihnen MTViva vorkaut? Bei den meisten ist es wohl letzteres, sonst würden sie sich von sich aus auch mit Stilrichtungen abseits der Chartslandschaft beschäftigen. Aber dazu fehlt den meisten die Motivation. Warum Zeit und Hirnschmalz investieren, wenn ich alles in leicht verdaulichen Häppchen vorgekaut bekomme? Selber denken und sich ne Meinung bilden strengt doch zu sehr an…

Ich weiß immer nicht, ob mir so Leute leid tun sollen, oder ob ich sie wegen ihrer Lethargie und fehlenden Persönlichkeit verachten soll. Vielleicht ist meine Einstellung zu dem Thema ein wenig extrem.. Gut, recht sicher ist sie das… Aber das will mir nicht in den Kopf rein wie man Musik gegenüber so gleichgültig sein kann. Bei mir beeinflusst Musik mein Leben. Ich bekomme Tränen in die Augen, wenn ich mir die neue Iron Maiden DVD anschaue, weil die Songs dieser Band, die mich seit meinem 8. Lebensjahr, also fast mein gesamtes Leben begleitet hat so viele Erinnerungen wieder wach rufen. Ich sitze mit einem breiten Grinsen vorm Bildschirm, weil Hayseed Dixie grade im Hillbilly-Style „Ace of Spades“ von Motörhead covern. Ich sitze mit Kopfhörern da und „sehe“ im Kopf einen Film ablaufen, wenn ich „Into the Electric Castle“ von Ayreon höre, ich verliere sämtliche Aggression, wenn ich Bolt Thrower oder Nile höre… Das könnte ich endlos fortsetzen. Ganz zu schweigen von dem Gefühl selbst auf der Bühne zu stehen/sitzen.

Ich glaub, mir tun die Leute eher leid. Wer das alles nicht hat, ist ein ganz armes Würstchen…

Gut, ich bin etwas abgeschweift, aber ich erwähnte glaub ich schonmal, dass ich großer Freund der Mythenmetz’schen Abschweifung bin. 😉

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