Nice Day for a white Wedding?

Es begab sich zu einer Zeit, die schon ein paar Tage her ist (genauer gesagt im Juni diesen Jahres) dass der Bruder einer Bekannten sich ins Unglück stürzen musste. Zu diesem Anlass wurde ich gefragt, ob ich nicht mit besagter Bekannten, ihrem Freund und einem weiteren Musiker da für ein wenig musikalische Abwechslung sorgen könne. Wir wollten ein paar Stücke in Akusitkbesetzung zum Besten geben.

Klar, wieso nicht? Umsonst futtern und mich fürchterlich betrinken für ein wenig auf ner Holzkiste rumkloppen? Immer!

Also 2-3 mal zusammen geprobt, alles war gut.

Dann kam der große Tag! Und damit die erste Überraschung: Der eigentlich geplante Gitarrist konnte nicht. Obwohl er sich den Tag als frei eingetragen hatte, musste er einen kranken Kollegen vertreten. Plööhte Sache das… Gut, es war schon 2 Tage vorher bekannt, also konnten zumindest die beiden anderen einmal mit einem schnell organisierten  Ersatzklampfer proben. Besagten Harfenspieler (übrigens ein sehr netter Zeitgenosse, ich kannte ihn vorher auch noch nicht) hab ich dann Mittags in Kassel eingesackt und auf gings Richtung Fulda, genauer gesagt nach Oberbieber.

Wir wurden nett empfangen, lehnten dankend den Begrüßungssekt ab (Sekt, bäh, da wird mir fürchterlich schlecht von…) und bauten unser Geraffel auf. Die Bühne war zum Glück groß genug, da noch eine 2 Mann und 1 Frau Tanzband da war. Deren Instrumentierung bestand abgesehen von einem Keyboard noch aus 2 Macs. Suuuper, sowas mag ich ja, Mucke komplett aus der Dose… Es stellte sich aber raus, dass die zumindest singen konnten und der Keyboarder sogar Klavier spielen konnte, also ging es grad so noch…

Dann kam die 2. Überraschung: Die Hochzeit war alkoholfrei! HALLO???? Geht’s noch? Und warum gabs zur Begrüßung Sekt?

Zur Begründung wurde angeführt dass die Familie der Braut einer besonders  bekloppten strengen russischen Sekte angehörten, denen jede Art von Rauschmitteln verboten war.  Wir sollten das doch gefälligst respektieren und ihre Gefühle nicht verletzen. Auf meinen Kommentar, dass ich der Kirche des heiligen Humpens angehöre und immer ein Glas Bier in der Hand haben muss und diese Regelung somit meine religiösen Gefühle verletzt wurde leider nicht mit dem angemessenen Verständnis reagiert.

Nach dem ersten großen Schock darüber, dass die das wirklich ernst meinten, kam langsam die Panik in uns hoch: Die erwarten, dass man die ganzen dämlichen Spiele, nervigen Gedichte und den ganzen anderen Hochzeitgeseiermüll nüchtern erträgt? No Way! Zum Glück gabs im Ort eine Filiale einer großen Supermarktkette mit angrenzendem Getränkemarkt. Wir also ins Auto, hingegurkt, Kasten Bier eingeladen und zurück. Als wir dann so mit unserem Bierchen vor der Tür des Saales standen wurde uns von der Brautmutter klar gemacht, dass wir auf gar keinen Fall mit dem Bier da rein durften. Auch nicht schlimm… Es war schönes Wetter, drin war die Luft eh nicht so gut. Abgesehen davon spielte sich kurze Zeit danach die Hochzeit eh vor der Tür ab, weil ein Großteil der anderen Gäste die nicht so einen an der Waffel hatten religiös waren unserem Beispiel folgten und sich auch noch mit Alkoholreserven eindeckten.

So wurde der Abend doch noch ganz unterhaltsam. Man muss auch dazu sagen, dass der ganze Mist wohl von der Mutter der Braut ausging. Der Bräutigam war nämlich alles andere als glücklich über die Regelung. Aber Mutti hatte alles fest im Griff: „Du willst meine Tochter vögeln? Dann halt dich an meine Regeln!“ So ungefähr wird das wohl geklungen haben. Naja, wer ficken will muss freundlich sein… Ich weiß nicht, ob ich unter den Bedinungen heiraten wollte, aber egal, muss er wissen.

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