Paganfest, Essen – Funbox Amalie, 05.04.08

Der erste Konzertbesuch dieses Jahr, wo wir nicht selbst gespielt haben:

  • Ensiferum
  • Korpiklaani
  • Moonsorrow
  • Tyr
  • Eluveitie
  • Equilibrium
  • Adorned Brood

Das Paganfest in Essen. Von der Bandauswahl her klang es recht interessant, auch wenn mir bei diesen reinen Pagan/Viking Metal Konzerten meist zu viele Spinner rumlaufen. An sich mag ich die Musik ja, aber das Getue, was grade die einheimischen Vertreter dieser Richtung an den Tag legen nervt meist nur… Spielt ihr ruhig mal Wikie 😉

Aber da die Schlumpfine fast alle angekündigten Bands toll bis sehr toll findet, sind wir mit den Ocks zusammen hingefahren.

Mich interesserten in erster Linie Eluveitie (gibt nicht nur Käse in der Schweiz), aber auch Moonsorrow und Korpiklaani standen auf meiner Liste. Equilibrumm mag ich auf Platte ganz gerne, hab sie aber Live einmal gesehen und das war nicht wirklich toll. Adorned Brood kannte ich gar nicht, Tyr haben vor ein paar Jahren mal nach uns auf nem Festival gespielt, erinnern konnte ich mich nicht großartig. Ensiferum ist mir eigentlich zuviel Gefüdel, aber hörbar.

Soviel zu den Voraussetzungen…

Die Fahrt nach Essen war unspektakulär, was sich mit der Parkplatzsuche etwas änderte. Von den auf der Website angepriesenen „großzügigen Parkmöglichkeiten“ in der Nähe war nicht allzu viel zu sehen. Ausser, man definiert „in der Nähe“ mit dem Großraum Essen. Naja, wir haben uns dann ein Plätzchen gesucht, was gar nicht so weit weg war. Das war wichtig, da das Schlumpfinchen momentan fiese Probleme mit dem Magen hat und zum einen keine Kohlensäure verträgt, sich größtenteils von Zwieback ernähren muss und zum anderen ne halbe Apotheke mitschleifen muss, damit das grade reingestopfte Essen auch da bleibt, wo es hingehört, nämlich in den diversen Abteilungen des Verdauungstraktes. Und den Rucksack mit dem Kram durfte man angeblich leider nicht mit rein nehmen… Na gut, man kann ja zwischendurch mal wieder ans Auto… Dachten wir so in unserem jugendlichen Leichtsinn…

Nachdem wir uns in der (gefühlte) 20 km langen Schlange angestellt hatten und nach ner knappen Stunde am Einlass standen kam die Ernüchterung: „Beim Verlassen der Halle wird die Eintrittskarte ungültig!“ Gut, ist überall so. Dazu gibts Bändchen/Stempel usw… In Essen anscheinend nicht… Einmal drin, war man gefangen. Später merkten wir, dass man gegen Ende hin doch raus konnte, aber nur wenn gleichzeitig auch wieder wer reinkam (höh? fomische Regelung…) Na gut, dachten wir, das wird schon irgendwie gehen, ein Toastbrot am Morgen reicht ja nen ganzen Tag, kein Ding… Und Das Wasser kann man ja so lang stehen lassen, bis die Kohlensäure raus ist. Klar, man könnte sagen, wenns einem so scheisse geht, bleibt man zuhause, aber wenn man gewohnt ist, bei solchen Veranstaltungen auch ab und zu mal die Halle verlassen zu können, dann ist sowas auch mit Magenproblemen eigentlich problemlos machbar…

Naja, gut, wir waren drin. Das Ding war eine Funsporthalle, die für das Konzert leergeräumt wurde. Und die definitiv nicht für so nen Arsch voll Leute ausgelegt war. Man kam rein, musste einen recht schmalen Gang auf einer Galerie entlang, wo noch eine Theke, der Fressstand (3 s? Egal…) und die Merchandisefuzzis waren. Um in den eingentlichen Kozertsaal zu kommen musste man dann eine Treppe runter, auf der grade so 2 Leute nebeneinander stehen konnten. An diesem Nadelöhr hat sich dann alles gestaut. Netterweise waren auch die Toiletten auf der oberen Etage abgesperrt, so dass man auch dann runter musste, wenn man gar nicht in die Halle wollte, sondern nur mal Bier wegbringen musste. Dann ging es nebenbei eine noch viel kleinere Treppe runter. Chaos war vorprogrammiert… Erwähnte ich schon, dass ausverkauft war? Waren also schon ein paar Leutchen da…

Apropos Bier: Man musste am Eingang Getränkemarken kaufen. Ohne die ging gar nichts.  Ist an sich ja nicht soo schlimm, gehts an der Theke etwas schneller. Aaaaber: Pro Plastikbecher musste man 1 Öre Pfand blechen. Die gabs hinterher in Form von lustigen Plastikmünzen wieder. Dummerweise hatte die Sache einen Haken: Für die Plastikmünzen will einem ausserhalb der Halle leider keiner nen Euro geben, und innerhalb der Halle wurde Restgeld, was man noch von den Gertänkebons über hatte nicht erstattet. Also konnte man sich mit 2 Personen schonmal 2 Euro Pfand gepflegt an den Backen schmieren. Zusätzlich zu den eh schon recht gesalzenen Preisen. Nette Abzocke… grmpf…

Nu mal etwas Positives (sonst denken noch alle, ich hätte nur was zum rummosern): Der Sound war fast durchweg großartig! Und auch die Bandauswahl gefiel sehr. Dann jetzt mal ans Eingemachte:

  • Adorned Brood: Hab ich nicht viel von mitbekommen, als wir reinkamen, spielten sie grade „Was wollen wir trinken“. Naja, danach kamen noch 1-2 Songs. Nix besonderes, zumindest nicht, wenn man grade erst reingekommen ist und nur mit einem Ohr zuhört.
  • Equilibrium: Eigentlich waren noch Helrunar angekündigt, die kamen aber anscheinend nicht. Aus meiner Sicht auch kein Verlust, das was ich von denen kenne klingt wie Eisregen mit Wikingertexten und die mag ich auch nicht. Also kamen schon als 2. Equilibrumm dran. Auf CD mag ich die ganz gerne, live hatte ich einmal das Vergnügen und das war durchwachsen. Und so war es auch diesmal. Abgesehen davon, dass ich die Band eh schon sehr überbewertet finde und ihre Gagenforderungen (zumindest wenn sie auf kleineren Festivals spielen) mitbekommen hab und die maßlos überzogen finde, haben sie irgendwie auf mich einen arroganten Eindruck gemacht. Sie haben sich ein wenig zu viel feiern lassen, ein wenig zu viel Rockstar gespielt… Ausserdem hatten sie den miesesten Sound des ganzen Konzertes. Und das ist bei dem Geschredder nicht grade lustig. Selbst eigentlich bekannte Songs klangen irgendwie komisch. Vielleicht lags aber auch an der langen Anfahrt. Keine Ahnung, mir hats jedenfalls nicht so zugesagt.
  • Eluveitie: Mein persönliches Highlight! Verdammt, waren die gut. Nicht nur musikalisch, auch spielspaßtechnisch waren die gegenüber Equilibrumm eine reine Offenbarung. Obwohl die Schweizer mit 8 Leuten auf der Bühne stehen bzw. sitzen, haben sie rumgemosht und rumgetanzt wie angestochen. Besonders der Sackpfeifer ist wie ein Derwisch über die Bühen gewirbelt. Dazu waren sie musikalisch sowas von Top. Das ganze Gefiedel und Geträller unter einen Hut zu bringen und damit dann noch so dermassen in den Arsch zu treten, Respekt! Alle 10 Daumen hoch!
  • Tyr: Ich würde es als „Progressive Viking Metal“ bezeichnen. Sperrige Songstrukturen und mehrstimmiger Gesang waren das Auffälligste. Handwerklich durchaus gut gemacht, aber der Funke wollte nicht so richtig überspringen. Vielleicht sind die besser, wenn man die Songs schon kennt…
  • Moonsorrow: Die letzte Platte ist toll. 2 Songs mit ner Laufzeit von je 30 Minuten. Atmosphäre pur. Aber klappt das auch Live? Die beiden Ocks haben die Jungs schonmal gesehen und waren enttäucht. Nicht so dieses Mal. Durch den guten Sound kamen auch die Songs gut rüber, man merkte den Jungs den Spaß an, den sie hatten. Spässle hats gemacht!
  • Korpiklaani: Spaß machen die Jungs! Reine Fetenmucke, was da von der Bühne kommt, auch wenns an dem Tag die Band war, die am wenigsten „Metal“ war. Aber Songs wie „Happy Little Boozer“ machen einfach gute Laune! Man versteht zwar nur die Hälfte, aber das ist egal. Finnisch mitgrölen kann jeder! Das einzige, was ich bei Korpiklaani immer ein wenig schade finde, ist der Punkt, dass sich die „Action“ auf der Bühne ausschliesslich auf die beiden Gitarristen und den Trommler beschränkt. Der Rest steht immer so ein wenig lustlos wirkend in der Gegend rum. Aber egal, trotzdem fein!
  • Ensiferum: Kann ich wenig sagen. Dadurch, dass das Schlumpfinchen ziemlich fertig war, haben wir uns nach Korpiklaani auf die Galerie zurückgezogen und uns hingesetzt. Da oben war der Sound nicht soo prickelnd. Nach Aussage der Ocks waren sie aber recht toll.

Insgesamt kann man sagen: Hammerbilling, Hammersound, Orga total fürn Arsch, Preise überhöht, Spaß hats trotzdem gemacht! Die Location werd ich allerdings demnächst meiden…

In diesem Sinne: HUMPAAAA!

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