Tupper Geblubber (reloaded)

Mal was ernstes. Ausnahmsweise gehts mal nicht um Schiss oder ähnliches. Oder doch??

Geht euch das auch so? Überall in den Schränken stehen so komische Plastikschüsseln, -behälter und (sinnvolle) -Küchenhelfer rum. Alles schön bunt und natürlich perfekt stapelbar. Der Kuchen da drin ist garantiert bis zum nächsten Geburtstag wieder haltbar, durch die patentierte „Vakuum-Anti-Schimmel-Und-Sonstiges-Kroppzeug-Beschichtung“. Super praktisch das Zeug!

Wäre ja so weit ganz fein, gäbe es da nicht diese Nebenwirkung, das große Übel, die Pest unserer Zeit, schlimmer als die Zeugen Jehovas. Die lassen sich wenigstens mit vorgehaltener Waffe, Hunden oder ner gehörigen Portion Darkthrone vertreiben und ihr Informationsnetzwerk hat verhindert, das andere sich in die Nähe des Hauses getraut haben.

Tupperpartys! Wer hat sich das einfallen lassen (gut, ich kanns mir denken)? Die Kaffeefahrt der modernen Zeit. Niemand würde je auf ne Kaffeefahrt mitfahren. Da kriegt man ja nur unnützes Zeug angedreht, was man nicht braucht und anderswo viel billiger bekommt. Ach ja? Aber Tupperparties sind was anderes? Da werden die Gäste (zumeist Frauen, die Männer flüchten bei der Gelegenheit gern in die Kneipe und legen ihr Geld sinnvoll an: In Bier!) mit Cocktails oder ähnlichem komischen Zeug betrunken gemacht.

Währenddessen erfolgt die Gehirnwäsche, hier „Produktpräsentation“ genannt. Hier werden Sachen wie Frühstücksdosen in Apfel- Oder Bananenform vorgestellt. Sehr sinnvoll, da die Früchte sich ja immer an die Tupper-Größennorm halten. Sieht ja witzig aus, braucht aber kein Mensch. Lässt sich übrigens auch nicht stapeln.

Durch den Alkohol kaufen die Delinquentinnen dann aber mehr, als sie eigentlich möchten. Oder im Vollbezitz ihrer geistigen Kräfte kaufen würden. Somit geht die Rechnung auf.

Nicht, das das falsch verstanden wird: Ich mag den Tupperkram. Es gibt viell sinnvolles Zeug, aber halt auch viel Schrott, den man (eher Frau) sich nie kaufen würde, gäbe es da nicht den Gottesdienst an den Plastikgott in Form einer Tupperparty. Warum kann man das Zeug nicht ganz normal im Laden kaufen? Wie alles andere auch. Man braucht ne Brotbüchse, geht in den Laden und kauft sie, fertig! Wäre doch so einfach. Aber nein, man muss im besten Fall im Katalog nachschauen, sieht dabei ca. 5000 Kleinigkeiten, die man ja nicht braucht, die aber „irre praktisch“ sind. Oder man geht auf ne Tupperparty. „Ich will ja nur das Gastgeschenk!“ Klar, und das wird mit dem LKW geliefert…

Nach dem Prinzip „Erstmal Haben“. Das kennen Männer ja: Den neuen DVD-Player mit 3D-Holoprojektor und 25 Kanal Super-Mega-Surround Klang. Gibt zwar noch keine DVDs, die den nutzen, aber das kommt ja bald. Erstmal haben!

Das ist aber wenigstens noch sinnvoll und ausserdem genetisch begründet: Man braucht Statussymbole, um die Weibchen auf einen aufmerksam zu machen! Der männliche Mensch an sich ist ja eher unscheinbar. Abgesehen von so possierlichen Exemplaren mit auftoupierten, gefärbten Haaren, die sich „Gothics“ nennen. Die sind aber zumeist eher schwul und fallen aus diesem Raster heraus.

Naja, zurück zum Thema: Da der Mann an sich eher unscheinbar ist und nicht wie viele andere Tiere auf ein prächtiges Federkleid zur Balz zurückgreifen kann, muss er anders auf sich aufmerksam machen. Mit einem großen Auto („Man darf zwar nirgends 350 km/h schnell fahren, aber ich könnte, wenn ich wollte!“), einem Haus (Das Weibchen will ja möglichst schnell mit dem Nestbau zwecks Fortpflanzung beginnen!) oder eben diesem neuen DVD-Player (Unterhaltung muss sein, man kann ja nicht dauernd miteinander reden…). Deshalb ist das „Erstmal Haben“-Verhalten beim Mann durchaus begründet.

Allerdings kenn ich keinen Mann, der bei dem Weibchen seiner Wahl mit seiner unglaublichen Sammlung Tupperdosen protzt.

Alles in allem sind diese Tupperparties eines der großen Übel unserer Zeit. Sie sind verantwortlich für den Hunger in der Welt („Aber Schatz, ich musste doch das neue Dosenset kaufen! Lohnt es sich nicht, dafür mal eine Woche zu hungern. Du kannst eh mal ne Diat brauchen!“), die Überbevölkerung (Keiner stirbt mehr an verdorbenem Essen.) und garantiert auch für Kriege („Was? Du behauptest, deine Tupperschüssel ist größer als meine? Das bedeutet Krieg!“).

Die Gemeinschaft der Tuppergläubigen sollte somit vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Bin Laden hat garantiert auch nur so lange in den afgahnischen Bergen überlebt, weil seine Vorräte durch Tupper lange haltbar waren.

Mein Aufruf: Weg mit Tupperparties! Was? Die bringen demnächst einen unkaputtbaren DVD-Player raus, in dem man nebenbei sein Bier kühl halten kann? Wo steigt die nächste Tupperparty? Wie? Der spielt nur spezielle Tupper-DVDs? Egal! Erstmal Haben!

In diesem Sinne: In Tupper we trust!

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